Anders! Kampfbegriff und Selbstzuschreibung.

Wir werden immer wieder gefragt, warum unser Unternehmen

Corinna Milinski – ANDERS lernen heißt und was an uns denn anders ist und in Bezug auf wen oder was? Eltern fragen uns das und unsere Schüler:innen fragen uns das auch.

Dies ist der Versuch, euch zu erklären, warum wir ANDERS lernen heißen und dies aus tiefster Überzeugung:

Den Begriff ANDERS verstehen wir bei Corinna Milinski – anders lernen in einem doppelten Sinne.

Einerseits ist „anders“ die negative Zuschreibung, die Mitschüler:innen, Lehrer:innen und viele andere Menschen nahezu allen unseren Schüler:innen gegenüber benutzen.

Immer dann, wenn sie sich um political correctness bemühen.

„Anders“ meint dabei aber meistens nichts Gutes.

„Zu anders“ sind sie gerne, unsere Klient:innen.

Anders wird in diesem Zusammenhang synonym verwendet für die eigentlichen Begriffe „nervig, anstrengend, überfordernd, rebellisch, auflehnend, herausfordernd, nicht zugehörig, außerhalb, unnormal, zu langsam, zu schnell, zu dies oder das …“.

Diese Liste ließe sich endlos erweitern.

„Anders“ ist auf jeden Fall die empfundene Abweichung von einer durch andere definierten Norm.

Anders zu sein bedeutet für Menschen, die den Begriff „anders“ in diesem negativen Sinn verwenden, dass ihre eigene Definition von „normal“ zum Gratmesser wird.

Wer da einmal durch das Raster fällt, hat es schwer, wieder „normal“ zu sein – zumindest für die bestimmende Mehrheit.

Wir bei Corinna Milinski – anders lernen tragen den Begriff „anders“ mit Stolz in unserem Namen.

Wir benutzen ihn als Kampfbegriff und Selbstzuschreibung, auch um für andere sichtbar zu sein.

Sichtbar für alle, für die das Anderssein von Menschen ein Problem zu sein scheint.

Sichtbar für das Schulsystem, das jeden Tag viel zu oft ignoriert, dass jeder Mensch auf seine Weise anders und deshalb auf seine Weise einzigartig und richtig ist.  

Sichtbar für alle Menschen, die andere ausgrenzen, nur weil sie nicht ihrem Bild von „normal“ entsprechen.

Weil sie schlechter in der Schule sind, – oder besser als sie!

 

Weil sie langsamer rechnen können als sie – oder schneller!

 

Weil sie anders aussehen als sie!

 

Weil sie anders lieben als sie!

 

Weil sie anders denken als sie!

 

Weil sie eine andere Herkunft haben als sie!

 

Weil sie die Welt anders definieren als sie!

Weil sie wissen, dass „anders“ nur eine Variante von richtig ist.

Wir bei anders lernen sind deshalb anders, weil wir jungen Menschen dabei helfen wollen, anders zu sein und anders zu bleiben.

Weil wir verstanden haben, dass Lernen anders funktioniert.

Wir bei anders lernen wissen genau, wie es sich anfühlt, in dieser Welt anders zu sein und von anderen als „anders“ wahrgenommen und etikettiert zu werden.

Wir wissen, wie schwer es ist, dieses Anderssein auszuhalten, wenn sich alle einig darüber sind, dass man nicht „dazu“ gehört.

Und wir wissen, wie gut es sich anfühlt, so zu sein, wie man ist.

Wir wissen, dass es das Leben tragen kann, der Mensch werden zu dürfen, der man schon immer war.

Und nichts auf die Meinung der anderen zu geben.

Durch unsere Arbeit wollen wir Kindern und Jugendlichen zeigen, dass jeder Mensch auf seine Weise anders und gerade deshalb perfekt ist.

Dass es sich lohnt, das eigene Anderssein als Chance zu begreifen und zu wissen, wie gut man ist – gerade WEIL man anders ist!

„Ich mach mein Herz auf und lass Leben rein, weil ich dran glaube, gut genug zu sein“ [1]

 

 

[1] Aus: Julia Engelmann: Eines Tages, Baby. Wilhelm Goldmann Verlag, 2014, S.11

 

Kinderbuch: Irgendwie Anders, Kathryn Cave, Oetinger Verlag; 31. Edition (1. Februar 1994),  9783789163524

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.